Kinderwunsch

„Sehr geehrte Frau Lingnau, ich habe einen sehnlichen Kinderwunsch. Leider können mein Mann und ich auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen. Daher haben wir uns an eine Kinderwunsch-Klinik gewandt. Ich habe zwei Versuche hinter mir, die fehlschlugen. Ich gebe mir auch viel Schuld dabei. Beim letzten Mal überfielen mich schon auf dem Heimweg im Auto die Gedanken „das geht wieder schief“. Zu Hause war ich in einer völlig deprimierten Stimmung, ich konnte mich gar nicht freuen, dass erstmal in der Klinik morgens alles gut geklappt hat. Zwei Tage später bekam ich Blutungen, und das war’s. Was kann ich tun, um meine Angst und meinen Pessimismus loszuwerden? Kann Hypnotherapie helfen?“

Es klingt so, als ob Ihre Sehnsucht von einem geringen Vertrauen in das ganze Vorhaben begleitet wird. Grundsätzlich gilt: je größer der Wunsch, umso größer auch die Angst. Ihre Fixierung auf ein Baby ist so stark, dass Sie der Natur gar keine Chance geben, von allein tätig zu werden, sondern Sie pfuschen ihr mit den Gedanken in Ihrem Kopf ins Handwerk. Die Ärzte machen ihren Job gut, dann ist es an Ihnen, loszulassen und zu vertrauen. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, wenn man sich so sehr ein Kind wünscht, aber es ist der einzige Weg: Vertrauen, Gelassenheit, in realistischen Grenzen gehaltene Freude und Vorfreude. Dann kann sich das Kind in den ersten Tagen in der Gebärmutter einnisten, das braucht vor allem Ruhe und Zeit und eine gute Stimmung, dass alles schon gutgehen wird.

Befreien Sie sich von Schuldgefühlen. Sie machen alles so, wie es Ihnen im Moment möglich ist, mit Ihren momentanen Ressourcen. Aber Ressourcen kann man gewinnbringend ausbauen; das ist u. a. das Schöne an der Hypnotherapie.

In der Hypnotherapie können Sie an Ihrer Gelassenheit, Entspannung und Ihrem Vertrauen arbeiten. In Hypnose kann man sich besser dem inneren Zentrum zuwenden und hier das Nest für das Baby aufbereiten. In der Trance richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht auf das, was Sie sich nicht wünschen, sondern auf das, was Sie sich wünschen (nämlich, dass sich das Baby einnistet, Sie seine Bewegungen später fühlen, Sie sich das Kinderzimmer vorstellen etc.) Und dass Sie sich wirklich gut fühlen mit der Schwangerschaft. Die einzige Voraussetzung für Hypnose ist Ihr Engagement, wirklich etwas in Ihnen verändern zu wollen. Den Kopf vorübergehend im Garten parken und lauschen, was Ihr Unbewusstes zu sagen hat. Das bewirkt schon sehr, sehr viel.

Sie sprechen auch Angst und Pessimismus an. Ich denke, dass die Wurzel für Ihr Nicht-Vertrauen tiefer liegt; das sollte ebenfalls bearbeitet werden. Auch das ist in einer Hypnotherapie möglich, denn der Begriff Hypnotherapie beschreibt eine Kombination von Hypnose und Psychotherapie. Auch die Angst darüber, was wird, wenn Sie nicht Mutter werden, sollte psychotherapeutisch/ hypnotherapeutisch behandelt werden, denn es ist ja gerade diese Angst vor dem negativen Ergebnis, die Sie so verkrampft. Letztlich gilt, dass man das Kinderkriegen nicht erzwingen kann, es geht so viel leichter in Gelassenheit und Entspannung. Eine Bekannte von mir wünschte sich auch sehnlichst ein eigenes Kind, es klappte aber nicht, und so entschlossen sie sich, einen Sohn zu adoptieren. Der Junge war drei Monate bei ihnen, da wurde sie schwanger und gebar später eine kleine Tochter. Ja, so kann es gehen, und es zeigt, wie wichtig Loslassen ist. Und zum Wesentlichen vorzustoßen ist ohnehin der Zweck einer Hypnotherapie. Weitere Informationen gern auch in meiner Homepage www.gabrielelingnau.de

Weitere Texte

Angst vor Arbeitsplatzverlust

Ein 40jähriger Angestellter hat uns geschrieben: „Ich hoffe, dass Sie mir einen Rat geben können. Ich habe einen Super-Arbeitsplatz, der mir auch sehr gefällt. Mein Arbeitgeber ist fair und loyal, die Bezahlung ist okay, ich kann mich wirklich nicht beklagen. Trotzdem habe ich große Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, habe jetzt schon Schlafstörungen bekommen. Was

Wie gehe ich mit meiner dementen Mutter um?

Henriette schreibt: „Ich, 54 Jahre alt, pflege seit einigen Jahren meine an Demenz erkrankte Mutter, 76 Jahre alt. Sie ist körperlich noch topfit. Seit längerer Zeit schon bezeichnet sie mich als ihre Großmutter. Diese Tatsache, vom Kind zur „Oma” zu werden, ist für mich sehr schwierig – ich bin doch ihr Kind! Wie gibt es

Scroll to Top