Schlafstörungen

Claudia, 32, braucht Rat. Sie schreibt: „Seit einiger Zeit finde ich einfach nicht mehr in den Schlaf. Meine Gedanken drehen sich ständig im Kreis. Habe schon versucht, mich mit Lesen abzulenken, hilft aber nichts. Bin natürlich morgens total gerädert, weil ich einfach zu wenig Schlaf bekomme. Der Arzt hat mir jetzt Schlaftabletten gegeben, damit geht’s einigermaßen, aber das Gelbe vom Ei ist das ja auch nicht. Was kann ich tun, um meine Gedanken beim Einschlafen auszuschalten?“

Es gibt verschiedene Schlafstörungen. Hier will ich auf die psychosomatische Einschlafstörung, unter der Sie offenbar leiden, unter psychologischen Gesichtspunkten eingehen.

Einschlafstörungen sind ein Symptom – und ein Ausdruck unbewussten Geschehens. Ein symptomatischer Ausdruck dafür, dass etwas in Ihrem Leben momentan nicht in Balance ist. Wie Sie schon richtig erwähnen, sind Schlaftabletten keine Dauerlösung.

Sorgen und Ängste machen sich vor dem Einschlafen besonders bemerkbar, da ablenkende Umweltreize reduziert sind. Dass Ihnen Lesen als Ablenkung nicht hilft, betrachte ich als Zeichen, dass Ihre kreisenden Gedanken sich nicht abschütteln lassen, sondern erhört und angenommen werden wollen. Oft verstärken sich Symptome, wenn wir sie an die Seite schieben wollen. Wir müssen hinhören, wo in unserem Leben Dinge beunruhigend aus dem Ruder laufen, dann Schritt für Schritt Veränderungen einleiten.

Ihre Schlafstörung meint es nicht böse mit Ihnen, im Gegenteil, hinter der Symptomatik steckt eine unbewusste positive Absicht, denn die Symptome wollen Ihnen in ihrer (Körper-) Sprache etwas mitteilen. Die Frage lautet demnach: „Wenn meine Einschlafstörung sprechen könnte, was würde sie mir sagen?“ Die Gedanken auszuschalten, wie Sie es wünschen, würde bedeuten, der Botschaft Ihrer Schlafstörung den Rücken zu kehren. Stellen Sie sich vor, Ihre Schlafstörung nähme eine menschliche Gestalt an, die Sie zermürbt links liegen lassen, dann würde sie vielleicht – womöglich beleidigt – noch massiver darauf bestehen, dass Sie sich mit ihr befassen. Da ist es besser, Ihre Schlafstörung (in Gedanken) zu bitten, auf dem Sofa Platz zu nehmen, ihr ein Glas Tee anzubieten und liebevoll-geduldig abzuwarten, was sie sagt. Vielleicht kommt so etwas wie „Ich bin da, weil du dich schon so oft hast unterdrücken lassen, und ich möchte, dass du das endlich bemerkst; ich möchte dich vor Verletzungen bewahren“.

Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, am Abend – als Start für den Feierabend – mit Ritualen den Übergang zur Nacht zu zelebrieren, mit einer Tasse Pfefferminztee (kein schwarzer Tee), angenehmer Musik und einer festen Uhrzeit, gekoppelt mit dem Gedanken: „Heute habe ich mein Bestes gegeben, das muss reichen. Morgen ist ein neuer Tag!“ und darauf zu vertrauen, dass der nächste Tag Ihnen Aufgaben zuspielt, die Sie hinreichend gut (nicht supergut!) bewältigen können. Oder Sie holen sich professionelle Hilfe – um herauszufinden, was hinter der Einschlafstörung steckt. Vielleicht sind Sie ja ein Mensch, der sich vieles zu sehr zu Herzen nimmt und schlecht zu seinen eigenen Schutzgrenzen zurückfindet? Dann wären Sie sozusagen in einer Dauerlabilisierung.

Da die Symptome vom Unbewussten geschickt werden, sehe ich als Therapeutin für Klinische Hypnose Sinn darin, mit den unbewussten Anteilen und Ressourcen zu arbeiten. Sie haben früher gut einschlafen können: also haben Sie die Ressourcen und das Wissen dazu auf der inneren Festplatte gespeichert. Das Unbewusste weiß, wie guter, gesunder Schlaf sich einstellt! In Trance stellen sich Lösungsideen oft spielerisch und leichter ein, als wenn wir die Themen auf der bewussten Ebene „durchackern“. Hypnotische Trancen können helfen, tief und gesund zu schlafen und positiv zu träumen; letzteres kann auch in Trance angebahnt werden, so dass Schlafen und Träumen zu wirklicher Erholung beitragen.

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